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Natur und Jagd im Kreis Coesfeld | |||||||||||||||||
| ... Specht | ||||||||||||||||||
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Spechte (Picidae), eine Familie von stark spezialisierten Vögeln, die ihre
Nahrung aus Baumstämmen und Ästen holen. Mit Ausnahme der Wendehälse sind
sich die meisten Arten in Bau und Lebensweise sehr ähnlich. Sie bewohnen
alle Erdteile, mit Ausnahme Australiens, Madagaskars und einiger Ozeaninseln.
Die meisten Arten sind 15 - 35 cm lang; die Zwergspechte sind jedoch nur
ungefähr 7 - 10 cm lang, und einige sehr große Arten erreichen eine Länge
von 55 cm. Den größten Teil ihres Lebens verbringen die Spechte in aufrechter,
hängender Haltung, wobei sie sich mit ihren stark spezialisierten, gespreizten
Kletterfüßen festhängen. Die Zehen sind lang und kräftig und mit sehr scharfen,
langen, stark gekrümmten Krallen ausgerüstet. Beim Klettern weisen die beiden
Mittelzehen nach vorn, also nach oben, und die beiden Außenzehen nach hinten.
Die fünfte Zehe ist stark zurückgebildet oder fehlt vollkommen. Außerdem
haben die Spechte kurze, sehr kräftige, aber zum Laufen wenig geeignete
Beine. Die eigentlichen Spechte haben gut entwickelte Schwänze, die an der Spitze keilförmig sind und deren Federn sehr kräftige Schäfte haben. Diese Federschäfte haben scharfe, nackte Spitzen, die in jede kleine Unebenheit eingreifen und dadurch eine zusätzliche Stütz- und Haltevorrichtung bilden. Die Spechte fliegen einen Baumstamm oder Zweig niedrig an und arbeiten sich dann sprungartig nach oben. Sie können aber auch mühelos abwärts klettern. Ihre Flügel sind abgerundet, und ihr Flug verläuft meistens in Wellenlinien, da sie zwischen den Flügelschlägen jedesmal ein Stück sacken; nur bei den großen Arten verläuft er in mehr oder weniger gerader Linie. Ihr Nacken ist schlank, aber sehr muskulös, und ihr Kopf ist im Verhältnis dazu ziemlich groß. Ihr Schnabel ist kräftig und gerade, an der Basis ziemlich dick und an der Spitze meißelförmig. Mit seiner Hilfe hacken die Spechte mehr oder weniger tiefe Löcher ins Holz, um die darin verborgenen Insekten und Larven zu erreichen. Die Spechte haben auch einen sehr widerstandsfähigen Schädel und eine speziell an ihre "Trommelarbeit" angepasste Muskelstruktur. Bevor er ein Loch hackt, klopft der Specht jedoch die Rinde nach hohl klingenden Stellen, unter welchen eventuelle Beute verborgen ist, ab. Außer all den anderen Anpassungen an seine spezielle Ernährungsweise besitzt der Specht auch noch eine klebrige, wurmförmige und weit vorstreckbare Zunge. |
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| Grünspecht | ||||||||||||||||||
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Die meisten Spechte sind ausgesprochene Baum- und Waldbewohner, wobei die größeren
Arten eine Vorliebe für riesige, alte Bäume an den Tag legen. Die mittelgroßen
Arten suchen sich ihre Nahrung hauptsächlich an Stämmen und dicken Ästen, die
kleinen Arten vorwiegend an dünneren Ästen und Zweigen. Manche Arten bevorzugen
auch strauch- und buschbestandenes Gelände, und einige verbringen den größten
Teil ihrer Zeit auf dem Boden auf der Suche nach Ameisen. Bekannte Beispiele
für überwiegend bodenlebende Arten sind der Grünspecht (Picus viridis) und der
in Nordamerika heimische Goldspecht (Colaptes auratus) sowie die vollkommen
zum Bodenleben übergegangenen südafrikanischen Erdspechte der Gattung Geocolaptes. Manche Arten fressen außer Insekten auch noch große Sämereien und Nüsse. Die skandinavische Population des Großen Buntspechts (Dendrocopos major) frisst viel Tannensamen. Diese Spechte sammeln große Mengen von Tannenzapfen in sogenannten Spechtschmieden, wo sie sie in einem speziell für diesen Zweck geschaffenen Baumloch festklemmen und dann fachgerecht zerlegen. Ein im Westen Nordamerikas heimischer Rotkopfspecht, Melanerpes formicivorus, tut das gleiche mit Eicheln, aber er versteckt seine Eichelvorräte in speziell für diesen Zweck ausgehöhlten Baumstümpfen. Die nordamerikanischen Saftspechte der Gattung Sphyrapicus hacken in die Rinde von Bäumen einen Kranz von Löchern, die sie regelmäßig aufsuchen, um den austretenden Saft aufzulecken. Trotz dieser Abweichungen in der Ernährungsweise sind all diese Arten echte Spechte (Unterfamilie Picinae). Die ausgesprochen kleinen Arten, die sogenannten Zwergspechte, sind in der Unterfamilie Picunminae zusammengefaßt. Sie haben ein großes Verbreitungsgebiet, welches Südamerika, Afrika und Asien umfasst. Die kleinsten Arten sind nur ungefähr 7 cm lang. Die Zwergspechte haben keinen Stützschwanz und nur kleine, relativ schwache Schnäbel, mit welchen sie nur morsches Holz aufhacken können. Die Jungen der Spechte schlüpfen nackt, blind und sehr hilflos aus dem Ei. Sie haben an den Gelenken eine Art Stoßkissen, auf welchen sie sitzen. Sie bleiben immer dicht beieinander, wie geräumig die Nesthöhle auch sein mag. Sobald sie jedoch etwas kräftiger sind, probieren sie an den Wänden der Nesthöhle hochzuklettern und verraten oft ihre Anwesenheit durch allerlei Laute. Wenn sie endlich das Nest verlassen, können sie zwar kaum fliegen, sind aber sofort gute Kletterer. |
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