![]() |
Natur und Jagd im Kreis Coesfeld | ||||||||||||||||||||||
| ... Reiher | |||||||||||||||||||||||
|
Reiher (Ardeidae), typische Schreitvögel mit langen Schnäbeln und langen Beinen.
Die meisten Reiherarten finden sich in den Tropen und Subtropen, aber einige
leben auch in den gemäßigten nördlichen Klimazonen. Die Reiher haben, mit Ausnahme
der Polargebiete, eine weltweite Verbreitung. Sie bewohnen sehr verschiedene
Lebensräume, sind aber immer in der Nähe von Wasser zu finden. Sie leben in
Sumpfgebieten, an den Ufern von Flüssen, Kanälen, Seen und Teichen und an der
Meeresküste. Manche Arten brüten auf Bäumen und Sträuchern, andere auf dem Boden.
Während der Brutzeit bilden sie meistens kleine Kolonien, und diese Kolonien
bestehen oft aus verschiedenen Reiherarten. In manchen Teilen ihres Verbreitungsgebietes
sind sie echte Zugvögel, in anderen nur Teilzieher, die von Nahrungsgebiet zu
Nahrungsgebiet wandern. In Europa brüten der Fischreiher (Ardea cinerea), der
Purpurreiher (Ardea purpurea), der Silberreiher (Egretta alba), der Seidenreiher
(Egretta garzetta), der Kuhreiher (Ardeola ibis) und der Rallenreiher (Ardeola
ralloides). Die Reiher sind schlank, haben lange Hälse und Schnäbel, kurze Schwänze und lange, breite Flügel. Die größten Reiherarten erreichen eine Länge von ungefähr 1,4 m. Der Fischreiher wird bis zu 91 cm lang, hat eine Spannweite von ungefähr 1,50 m und wiegt 1,3 - 2 kg. Im Flug sind die Beine weit nach hinten gestreckt, so dass sie über den Schwanz hinausragen, und der Hals ist eingewinkelt. Dieser Knick im Hals ist möglich dank der besonderen Form eines Halswirbels, welcher stark verlängert ist und mit seinen ebenfalls verlängerten Fortsätzen eine Art Gleitgelenk mit dem folgenden Wirbel bildet. Er dient auch als Stütze für den Vorderhals, solange der Vogel auf Beute lauert. Der Purpurreiher, welcher etwas kleiner als der Fischreiher ist, ist ein ausgesprochener Sumpf- und Röhrichtbewohner. Seine Zehen sind viel länger als die der übrigen Reiher und können die Stengel der Sumpf- und Wasserpflanzen wie Zweige umfassen. Im Flug fällt der Purpurreiher durch seinen besonders schlanken Hals auf, und manchmal sind die langen Zehen auch deutlich zu sehen. In Westeuropa brüten die Purpurreiher nur selten außerhalb der Mittelmeerländer und nur in Ausnahmefällen auf Bäumen. Gewöhnlich baut er sein Nest im dichten Röhricht auf dem Boden oder in Bodennähe auf einem Strauch, Das Nest besteht aus Schilfrohr. Die Hauptnahrung der Reiher bilden Fische, allerlei Wassertiere und Wirbellose, kleine Wirbeltiere und Insekten. Der Fischreiher hat eine gute Tarnfärbung, die ihm beim Fischen sehr zustatten kommt. Er steht bewegungslos im Wasser und wartet, bis ein Beutetier, meistens ein kleiner Weißfisch, nahe genug herankommt. Dann schießt der Schnabel blitzschnell vor und erfasst den Fisch oder spießt ihn auf. In tiefem Wasser taucht der Fischreiher auch manchmal nach Fischen. |
![]() |
||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||
|
Die Fischreiher versammeln sich bereits Ende Februar in den Brutkolonien, begeben
sich aber nicht sofort zu ihren auf hohen Bäumen gelegenen Horsten. In der Nähe
der Brutkolonie liegt nämlich ein Sammelplatz, wo die frühzeitig angekommenen
Tiere warten, bis auch die Nachzügler angekommen sind. Wenn die Kolonie vollzählig
ist, begeben sich zuerst die Männchen auf die Bäume. Jedes Männchen besetzt
eines der alten Nester oder wählt sich einen Platz, wo es ein neues Nest bauen
will. Die Nester der Reiher sind ziemlich dauerhaft und groß und werden oft
von Jahr zu Jahr noch vergrößert. Im ersten Jahr hat das Nest einen Durchmesser
von ungefähr 45 cm, aber nach einigen Jahren kann es bis zu 1 m messen. Die
meisten Nester sind kunstlose, ziemlich flache Gebilde aus Knüppeln und Reisern.
Manche Fischreiher brüten auch im Röhricht, und dann besteht ihr Nest aus Schilfrohr
und allerlei Sumpf? und Wasserpflanzen. Sobald das Männchen ein Nest hat, lockt es durch allerlei zeremonielle Balzbewegungen und Rufe ein Weibchen herbei. Wenn das Weibchen auf die Werbung reagiert, findet eine vorsichtige Begrüßung statt, bei welcher sich die Tiere mitteilen, dass sie einander freundlich gesinnt sind. Das Gelege besteht aus 4 - 5 Eiern, die in ungefähr 26 Tagen von beiden Eltern ausgebrütet werden. Die Jungen verbleiben ungefähr 8 Wochen im Nest und halten sich nach dem Ausfliegen noch einige Zeit in der Nähe der Brutkolonie auf. Die jungen Fischreiher brüten mit zwei bis drei Jahren zum erstenmal. |
|||||||||||||||||||||||
| Sie wünschen weitere Informationen zu den Reiherarten? Dann schicken Sie uns eine Nachricht. Damit wir aus der Vielfalt der Materialien die für Sie zweckmäßigen Informationen zusammenstellen können, teilen Sie uns bitte konkret mit, worauf Sie besonderen Wert legen. | |||||||||||||||||||||||
|
|||||||||||||||||||||||