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Marder (Mustelidae),
ungefähr katzengroße Raubtiere, die vor allem wegen ihres schönen Fells gejagt
werden. Die echten Marder der Gattung Martes finden sich in den Waldgebieten
Nordamerikas, Europas und Asiens, bis Malakka im Süden. Sie haben ein glänzendes,
mittel- bis dunkelbraunes Fell, mit einem weißen, gelben oder rötlichgelben
Fleck im Nacken oder auf der Kehle. Der Schwanz und die Beine haben meistens
eine dunklere Tönung als der Rücken, wo das dichte, hellere Unterhaar zwischen
dem dunklen Oberhaar hindurchschimmert. In ihrem Bau sind die echten Marder
den übrigen Mitgliedern der Familie sehr ähnlich. Sie haben einen schlanken,
gestreckten Körper, niedrige Beine, einen etwas dreieckigen Kopf mit großen,
abgerundeten Ohren und einer kurzen, spitzen Schnauze. Die Marder sind ausgesprochene
Baumtiere und können ausgezeichnet klettern und springen, wobei der buschige
Schwanz oft als Balancierstab gebraucht wird.
Ihre kleinen Füße haben behaarte Sohlen und halb einziehbare Krallen. Sie
haben Stinkdrüsen, und mit dem daraus abgeschiedenen Sekret und Urin markieren
sie all ihre Pfade und auch die Bäume, in welchen sie sich aufhalten. Diese
Duftspuren werden auch regelmäßig kontrolliert und erneuert. Im Gegensatz
zu einer weitverbreiteten Meinung leben die Marder nicht solitär; nur ist
es so, dass die Männchen oft viel weitere Streifzüge unternehmen als die Weibchen
und man sie darum oft einzeln sieht. Das Lager des Marders steht auf Bäumen
und ist oft ein leeres Elstern- oder Eichhörnchennest oder eine Baumhöhle.
Die verschiedenen Marderarten haben sich in ihrer Lebensweise weitgehend an
die jeweiligen Umweltbedingungen angepasst.
Der Baum- oder Edelmarder
(Martes martes) bewohnt Europa bis zum Kaukasus und findet sich in den Bergen
bis zu 1800 m Höhe. Er erreicht eine Gesamtlänge von ungefähr 80 cm und ein
Gewicht von ca. 1,5 kg. Er bevorzugt dichte Nadelwälder und ist außergewöhnlich
scheu. Die Ranzzeit fällt in die Monate Juni bis August, und nach einer verlängerten
Tragzeit von acht Monaten werden, meistens im April, die zwei bis fünf Jungen
geboren. Das hat zur Folge, dass die Weibchen nur alle zwei Jahre Junge bekommen.
Die Jungen sind bei der Geburt nackt und blind; die Augen öffnen sich erst
nach zwei Wochen. Die Männchen werden mit 2 1/2 bis 3 Jahren geschlechtsreif.
Wenn der Marder aufgeregt ist, faucht er wie ein Iltis. Im übrigen produziert
er auch allerlei knurrende, schnurrende, brummende und schreiende Laute. Den
Hauptbestandteil seines täglichen Speisezettels bilden Eichhörnchen und andere
Nagetiere, Vögel und Eier, Insekten und Früchte.
Der Steinmarder (Martes foina) erreicht eine Länge von 75 cm. Er hat einen
kürzeren Hals und einen reinweißen Kehlfleck, der sich auf der Brust gabelt.
Er ist viel weniger ein Baumtier als der Baummarder. Die meiste Zeit verbringt
er auf dem Boden, und da er viel weniger scheu als der Baummarder ist, schlägt
er sein Quartier gern zwischen altem Gemäuer und abseits stehenden Scheunen
und Ställen auf. Im Gebirge bevorzugt er felsige Abhänge und bewohnt natürliche
Felsenhöhlen; ursprünglich war der Steinmarder wahrscheinlich ein reiner Felsenbewohner.
Bei dieser Art tritt nur eine teilweise, örtlich bedingte verlängerte Tragzeit
auf: Im nördlichsten Teil seines Verbreitungsgebietes, im Norden von Nordamerika,
dauert die Tragzeit acht bis neun Monate; im südlichsten Teil des Verbreitungsgebietes,
in Indien, dagegen nur neun Wochen.
Der Zobel (Martes zibellina), berühmt wegen seines sehr kostbaren Fells, kommt
heute nur noch im Nordosten Asiens vor. Er ist gedrungener und kleiner als
der Baummarder, hat kräftigere Beine als dieser und einen ausgesprochen kegelförmigen
Kopf mit ziemlich großen Ohren.
Die Buntmarder (Martes flavigula und Martes gwatkinsi) sind wahrscheinlich
die hübschesten von allen. Sie sind braun, weiß und schwarz gemustert und
haben einen leuchtend dottergelben Kehl? und Halsfleck. Sie haben eine Kopfrumpflänge
von ungefähr 60 cm und einen ca. 40 cm langen Schwanz. Die Buntmarder bewohnen
die Waldgebiete des Himalaja, Vorder? und Hinterindiens, Malakkas und einiger
großer Inseln in diesem Gebiet. Sie leben in kleinen Gruppen und haben eigenartig
tockernde Rufe.
Der amerikanische Fichtenmarder (Martes americana) bewohnt die Nadelwälder
Nordamerikas, vor allem Kanadas und Alaskas. Im Norden des Verbreitungsgebietes
haben die Weibchen eine Tragzeit von ungefähr 9 Monaten, im Süden von ungefähr
6 Monaten. Die besten Lebenschancen haben die bereits im Januar geborenen
Jungen, da sie dann am wenigsten von Menschen zu fürchten haben. Die Jungen
werden ungefähr sieben Wochen lang gesäugt und haben bereits mit drei Monaten
das Gewicht der ausgewachsenen Tiere.
Der Fischmarder (Martes pennanti) ist ebenfalls ein nordamerikanischer Marder.
Er hat eine Gesamtlänge von 90 - 100 cm. Er ist kein echter Wassermarder,
frisst aber mit Vorliebe Fisch und stiehlt diesen meistens aus den Netzen
der Fischer. Seine Lieblingsnahrung sind jedoch Stachelschweine. Er schleicht
sich lautlos an sie heran, wirft sie mit einem Hieb der kräftigen Tatze auf
den Rücken und beißt sie dann tot. Ferner frisst dieser Marder Eichhörnchen,
Aas und Früchte. Nach einer Tragzeit von fast einem Jahr werden im Frühling
zwei bis drei Junge geboren. Da sich die Fischmarder sehr viel auf dem Boden
aufhalten und auch in selbstgegrabenen Erdhöhlen leben, sind sie für die Fallensteller
eine viel leichtere Beute als die meisten baumbewohnenden Marder, und außerdem
vermehren sie sich weniger stark als diese. Die rücksichtslose Jagd auf die
schönen Fischmarder führte darum letzten Endes dazu, dass das Tier beinahe
ausgerottet wurde. Heute steht es unter Naturschutz, und es besteht die Hoffnung,
dass die wenigen übriggebliebenen Tiere im Nordosten der Vereinigten Staaten
für das Fortbestehen der Art sorgen können.
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