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Natur
und Jagd im Kreis Coesfeld |
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Iltis |
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Iltisse, mehrere Gattungen von Raubmardern, die auf dem Boden leben. Sie sind
größer als das Hermelin, aber kleiner als die Echten Marder. Bekannt sind die
Iltisse wegen des durchdringend stinkenden Sekrets, das sie aus der Analdrüse
absondern. Das Männchen wird einschließlich Schwanz bis zu 60 cm lang; das Weibchen
ist viel zierlicher und kleiner. Die Iltisse haben ein doppeltes Fell aus gelblichem
Unterhaar und dunkelbraunen Grannen oder hellen Grannen mit dunkler Spitze.
Hierdurch erscheint ihr ganzes Fell dunkel- bis schwarzbraun. Das Gesicht ist
viel heller als der Körper; Kehle, Stirn und die Ränder der Ohren sind beinahe
weiß, und quer über die Augen verläuft ein etwas dunkleres Band. Die Iltisse
sind viel weniger scheu als die Marder und leben außer im Wald auch in völlig
offenem Kulturgelände. Sein Quartier schlägt der Iltis gern in verlassenen Kaninchen-,
Fuchs- oder Dachsbauten auf, oder er gräbt sich mit Hilfe der nicht einziehbaren
Klauen selbst eine Erdhöhle. Iltisse klettern schlechter als Wiesel und Hermeline
und gehen auch nur im Notfall ins Wasser. Bei der Jagd verlassen sie sich in
erster Linie auf ihren Geruchssinn. Der Iltis bewegt sich mit kurzen Sprüngen
fort und setzt sich zwischendurch immer wieder auf die Hinterbeine, um zu wittern.
Früher bestand die Lieblingsnahrung der Iltisse aus Kaninchen; heute fressen
sie allerlei kleine Säugetiere, darunter Mäuse und Ratten, sowie Insekten, Frösche,
Lurche, Fische und zuweilen sogar Eier, junge Vögel, Früchte und Honig. Infolge
seines dichten Fells ist der Iltis ziemlich geschützt gegen Bisse von Hunden,
Füchsen und Schlangen, ganz abgesehen davon, dass er sie durch seinen Gestank
einfach verscheucht. Trotz ihrer relativ plumpen Erscheinung sind die Iltisse
alles andere als schwerfällig. Sie können sich sehr gut verteidigen, und wenn
ihnen Gefahr droht, spritzen sie ihrem Gegner die stinkende, milchigweiße Flüssigkeit
ins Gesicht, woraufhin dieser meistens entsetzt den Rückzug antritt. Wenn der
Iltis selbst angreift, faucht und knurrt er, beugt den Kopf und ergreift seine
Beute im Nacken. Diese Jagdtechnik lernen die Jungen in einer Art Scheinkampf.
Bei der Begattung packt das Männchen das Weibchen im Nacken. Die Ranzzeit dauert
von April bis Juni. Die Paarung dauert oft eine Stunde oder länger. In der Ranzzeit
stoßen die Männchen laute Schreie aus und jagen hinter einander her. Die Tragzeit
dauert 40 - 45 Tage.
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| Iltis
- kurz und bündig: |
| Länge |
Männchen
bis zu 60 cm
Weibchen bis zu 45 cm
jeweils incl. Schwanz
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| Paarungszeit |
April
bis Juni |
| Tragzeit |
40
bis 45 Tage |
| Zahl
der Jungen |
4
bis 8 |
| Die
Iltisse unterliegen dem Jagdrecht. |
| Wir
danken der INTERRA Verlags- und Buchservice GmbH & Co., Tangstedt/
Hamburg, die uns das Text- und Bildmaterial zur Verfügung gestellt
hat, für die uneigennützige Unterstützung. |
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Wenn
die Jungen nicht am Leben bleiben, wird das Weibchen sofort wieder brunftig,
und dann wirft es im Spätsommer ein zweites Mal. Die vier bis acht Jungen pro
Wurf sind bei der Geburt nackt und blind und wiegen nicht mehr als 10 g. Einige
Tage nach der Geburt bekommen sie ein weißes Pelzchen. Nach gut zwei Wochen
öffnen sich die Augen, und das Pelzchen wird grau, doch Schnauze und Ohrränder
bleiben weiß. Mit sieben Wochen verlassen die Jungen die Nesthöhle und gehen
auf Erkundung aus. Nun lernen sie unter Anleitung der Mutter das Räubern. Solange
die Jungen klein sind, ist dem Männchen der Zugang zur Nesthöhle verboten. Wenn
es in die Nähe kommt, wird es vom Weibchen verjagt. Mit einem Jahr sind die
Jungen erwachsen, aber sie werden erst gegen Ende des zweiten Lebensjahres geschlechtsreif.
Der Europäische Iltis oder Ratz (Putorius putorius) hat eine ziemlich dunkle
Färbung. Er lebt meistens einzeln und hat ein festes Revier. Der Asiatische
Iltis (Mustela eversmanni) ist heller als sein europäischer Verwandter.
Er lebt viel geselliger und ist tagaktiv. Manchmal sind die Grenzen zwischen
den beiden Arten verwischt. Der Asiatische Iltis bevorzugt ausgedehnte Weidegebiete.
Der amerikanische Schwarzfußiltis (Mustela nigripes) war früher in den Flachlandgebieten
des Westens weit verbreitet, ist aber gegenwärtig sehr selten, da seine
Hauptnahrung, der Präriehund, im Aussterben begriffen ist und stets mehr
Land kultiviert wird. Der Iltis wird oft mit dem Frettchen verwechselt,
doch handelt es sich beim Frettchen um eine domestizierte Form des Asiatischen
Iltisses. Das Frettchen ist gelblichweiß und hat rote Augen, ist also eine
Albinoform. Es wird oft bei der Kaninchenjagd verwendet. |
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