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Natur und Jagd im Kreis Coesfeld | ||||||||||||||||||
| ... Eulen | |||||||||||||||||||
| Eulen
(Strigiformes), eine Ordnung von nächtlich jagenden Raubvögeln mit sehr wei-chem
Gefieder, kurzem Schwanz und großem, verhältnismäßig breitem Kopf. Die großen,
nach vorne gerichteten Augen sind von einem sogenannten Federschleier umgeben,
einem runden oder herzförmigen Federkranz. Die Eulen haben einen Hakenschnabel
und lange, scharfe Krallen. In der Größe gibt es große Unterschiede. Die kleinsten
Eulen sind die nur ungefähr meisengroßen Sperlingskäuze; die größten Eulen sind
die Uhus. Es gibt un-gefähr 130 Eulenarten. Alle Eulen haben die gleiche charakteristische
Erscheinung. Für die Bestimmung der Arten ist vor allem das Ohr sehr wichtig.
Die Eulen werden in zwei Familien unterteilt: die Schleiereulen (Tytonidae)
und die Eulen im engeren Sinne (Strigidae). Charakteristisch für die Schleiereule
sind der besonders ausgeprägte herzförmige Gesichts-schleier sowie die langen
Beine mit der kammartig verdickten Mittelzehe an beiden Füßen. Sie ist eine
der am weitesten verbreite-ten Eulen und findet sich sowohl in der Neuen Welt
als auch in Afrika, Europa, Südasien und Australien. Die meisten Tyto-Arten
kommen in dem Gebiet zwischen Neuguinea und Cele-bes vor, mit örtlich sehr begrenzten
Arten auf Madagaskar und in Südafrika. Zwei afroasia-tische braune Eulen sind
Zwischenformen zwischen den Schleiereulen und den Strigidae-Arten. Die meisten Gattungen der Familie Strigidae gehören zur Unterfamilie Buboninae. Sie haben im allgemeinen kleinere oder flachere Gesichtsschleier und weniger ausgeprägte Federbüschel an den Ohren als die Vertreter der zweiten Unterfamilie, die Striginae. Die am weitesten verbreitete Gattung der Buboninae ist die Gattung Bubo, deren Vertreter, mit Ausnahme Australiens, in allen Kontinenten vorkommen und allgemein unter dem Namen Uhus bekannt sind. Die Stelle der Uhus nehmen in Australien die Habichtseulen der Gattung Ninox ein. Die Zwergohreulen und Schreieulen der Gattung Otus sind, wiederum mit Ausnahme Australiens und der Inseln im Südwesten des Stillen Ozeans, über die ganze Welt verbreitet. Die zweite Unterfamilie, Striginae, umfaßt sechs Gattungen, deren Angehörige sich durch gut entwickelte Gesichtsschleier und Federohren auszeichnen. Am bekanntesten sind die Käuze der Gattung Strix, die aber keine Federohren, sehr dunkle Augen, gefiederte Beine und Füße und abge-rundete Flügel haben. Sie sind Waldbewohner und finden sich, mit Ausnahme Australiens und Neuseelands, auf der ganzen Welt. Der Waldkauz (Strix aluco) kommt beinahe in ganz Europa und in Teilen Asiens und Nordafrikas vor. Die sechs Arten der Gattung Asio haben alle mehr oder weniger große Federohren. Allgemein bekannte Arten sind die Sumpfohreule (Asio flammeus) und die Waldohreule (Asio otus), die wahrscheinlich die häufigste Eule Deutschlands ist. Die kleinste Eule der Welt ist der Elfenkauz (Micrathene whitneyi), der von Kalifornien bis Mexiko vorkommt und 13-15 cm mißt. Im Vergleich zu ihm ist der Uhu mit seinen 70 cm Länge ein wahrer Riese. Die Nahrung der Eulen reicht von Insekten und Würmern über Kriechtiere und Fische bis zu verhältnismäßig großen Säugetieren. Im allgemeinen kann man davon ausgehen: Je größer die Eule, desto größer ihre Beute. Die meisten Eulen haben die Gewohnheit, auf einem Ansitz abzuwarten, bis sich ein Beutetier nähert, und sich dann darauf zu stürzen oder sich aus geräuschlosem Gleitflug aus geringer Höhe fallen zu lassen. Gewöhnlich schlagen sie ihre Beute nicht im Flug. |
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| Der Uhu ist die größte Eulenart und bewohnt die Wälder von Teilen Europas, Asiens und Nordafrikas. | |||||||||||||||||||
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| Fliegender Waldkauz (Strix aluco) mit Beute im Schnabel, die er in fast lautlosem Flug in seinen Bau trägt. | |||||||||||||||||||
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| Die
sieben Arten von afrikanischen und asiatischen Fischeulen sind große, kräftige
Tagvögel, die sich auf den Fischfang spezialisiert haben und ihre Beute mit
den kräftigen Fängen dicht unter der Wasseroberfläche ergreifen. Die übrigen
Eulen sind jedoch ausgesprochene Dämmerungs-und Nachttiere. Während die meisten
anderen Vögel schlafen, gehen die Eulen auf die Nah-rungssuche, verteidigen
ihr Jagdrevier gegen Eindringlinge, machen einander den Hof und füttern die
beinahe unersättlichen Jungen. Das hochentwickelte Gehör ist für die meisten
Eulen mindestens ebenso wichtig für eine erfolgreiche Jagd wie die Augen. Es
registriert die feinsten Geräusche und lokalisiert die Geräuschquelle haarscharf.
Die Eulen haben sehr große, halbmondförmige Gehöröffnungen mit ganz besonderen
Ohrdeckeln und ein sehr großes Labyrinth. Der Gesichtsschleier dient als zusätzlicher
Schallempfänger und -verstärker. Der Teil des Gehirns, in dem sich das Ge-hörzentrum
befindet, ist ebenfalls sehr gut entwickelt. Wie man festgestellt hat, enthält
er bei der Schleiereule 95 000 Nervenzellen; bei der doch doppelt so schweren
Krähe sind es nur 27000. Die Eulen sind jedoch weniger empfindlich für Geräusche
mit niedriger Fre-quenz. Bei ihnen ist vor allem die Empfindlichkeit für Geräusche
mit hoher Frequenz au-ßergewöhnlich stark entwickelt, da ihre nächtliche Beute
vor allem solche Geräusche verursacht. Die meisten Eulen, der 2,5 kg schwere Uhu einbegriffen, fliegen so gut wie geräuschlos. Das dient wahrscheinlich einem doppelten Zweck: Zum ersten wird das Beutetier nicht gewarnt, und zum zweiten wird das empfindliche Gehör der Eule selbst nicht durch Fluggeräusche beeinträchtigt. Die wichtigste Anpassung an einen geräuschlosen Flug sind die im Verhältnis zum Gewicht sehr großen und tragfähigen Flügel, deren Schwungfedern am Vorderrand mit einer Art Fransen versehen und in der ganzen Breite mit feinen Daunen bedeckt sind. Hierdurch wird der Luftstrom abgebremst und das bekannte Sausen der Luft vermieden. Als typischen Nachtvögeln kommen den Eulen auffällige, farbige Erkennungszeichen nicht zustatten. Die Eulen erkennen einander an ihren Silhouetten, die vor allem beim Flug große Unterschiede aufweisen. Außerdem verständigen sie sich durch von Art zu Art verschiedene, stark wechselnde Laute, durch Pfiffe, stöhnende, jammernde, röchelnde, katzenartige, fauchende und schäkernde Rufe, die auf einen reichen modulationsfähigen Sprachschatz schließen lassen. Die Eulen sind alles andere als eifrige Nestbauer. Sie suchen sich einen geeigneten Brutplatz in einer Nische zwischen Gestein oder altem Gemäuer, in einer Baumhöhle oder einem geräumigen verlassenen Nest und weisen diese ihrem Partner an, sei es durch bestimmte Laute oder durch auffälliges Herumflatten. Das Gewinnen einer Partnerin ist für das Eulenmännchen übrigens oft eine schwierige, langwierige und gefährliche Aufgabe, da die Geschlechter bei den meisten Arten völlig gleich sind und das Männchen auf den ersten Blick nicht weiß, ob es sich um ein Weibchen oder einen potentiellen Rivalen handelt. Sobald eine paarungswillige Partnerin gefunden ist, findet eine mitunter von melodiösen und lautstarken Rufen begleitete Balz statt, und dann folgt die Paarung. Manche Arten, wie zum Beispiel die Schneeeule (Nyctea scandiaca) und die Sumpfohreule, nisten am Boden. Die Uhus nisten am liebsten in verlassenen Adler- oder Rabennestern, die Waldohreulen in früheren Krähennestern. Nur der dunkle Uhu aus Indien und eine große afrikanische Ohreule fertigen manchmal flache Nestmulden an. Von Waldkäuzen ist bekannt, daß sie manchmal sogar in verlassenen Rattenhöhlen nisten. Alle Eulen haben weiße Eier. Diese werden im Abstand von 2 - 7 Tagen an der Brutstelle abgelegt, aber das Brüten beginnt sofort nach Ablage des ersten Eies. Hierdurch wird erreicht, daß die Jungen nicht gleichzeitig sch üpfen, sondern in Abständen von mehreren Tagen, was im Hinblick auf die Fütterung günstiger ist. Die Zahl der Eier und die Aufzucht der Jungen ist stark von der verfügbaren Futtermenge abhängig. Bei Futtermangel ge lingt es den Alten oft nur, ein einziges Junges hochzubringen. Die Brutzeit beträgt durchschnittlich vier Wochen. Bei den meisten Eulen brütet ausschließlich das Weibchen. Es wird in dieser Zeit vom Männchen gefüttert. |
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