Natur und Jagd im Kreis Coesfeld
... Damwild

Das Damwild kommt in der Bundesrepublik in freier Wildbahn in ebenem und hügeligem Gelände hauptsächlich in Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie in Teilen Nordrhein-Westfalen vor, sonst in einzelnen Teilen (häufig in Gatterrevieren) aller anderen Bundesländer. Im Kreis Coesfeld finden sich Einzelpopulationen in Bereichen der Davert, in Dülmen und Coesfeld, die teilweise miteinander korrespondieren. Als Wechselwild kommt Damwild in den nördlichen Teilen Lüdinghausens vor. Ebenso in den meisten anderen Ländern Europas, besonders in Ungarn und Dänemark.

Aus dem Vorderen Orient stammend, ist es in geschichtlicher Zeit erst seit der Römerzeit über Südosteuropa und England nach Mitteleuropa eingeführt worden. Wegen seiner Anpassungsfähigkeit, seiner Krankheitsfestigkeit und des geringeren Schadens, den es verursacht, nimmt die Weiterverbreitung auch durch Aussetzen zu. Waldungen mit ausreichend angrenzenden Feld- und Wiesenflächen sind der Lebensraum für das gesellig lebende Damwild. Man kann es mehr bei Tage beobachten als das Rotwild. Es windet und vernimmt sehr gut und übertrifft das Rotwild im Eräugen und Erkennen. Es beansprucht keine so großen Lebensräume und ist weniger empfindlich gegen Störungen; es kann deshalb noch in Revieren gehegt werden, wo Rotwild nicht mehr leben kann. Eigenartig muten die emporschnellenden »Orientierungssprünge« während der Flucht und der ständig in Bewegung befindliche lange Wedel an. Nur bei sehr großer Wilddichte (Parke) wird es zu vertraut, während sonst die Jagd auch recht mühsam ist. Das Damwild suhlt nicht.

Die Äsung ähnelt der des Rotwildes, allerdings sind die Schälschäden geringer. Die Körperlänge des Hirsches beträgt etwa 1,4 m, die Schulterhöhe etwa 1,0 m, die Länge des Wedels knapp 0,2 m. Die Fährte ist kleiner und spitzer als beim Rotwild; die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind weniger ausgeprägt. Das Gewicht starker Hirsche liegt bei 60-70 kg; das der Alttiere bei 32-36 kg. Das Damwild hat nur ausnahmsweise Grandeln; sonstentspricht sein Gebiß dem des Rotwildes. Der Zahnwechsel ist zu Beginn des 3. Lebensjahres (28-30 Monate) beendet. Die Losung ist ähnlich der des Rotwildes, jedoch etwas kleiner und nicht nach Geschlechtern verschieden.

Die Brunft beginnt etwa Ende Oktober und spielt sich den ganzen Tag über ab. Der Brunftschrei des Hirsches ist höher und eintöniger (o, u, öü, öü, o u) als der des Rothirsches. Der Damhirsch schlägt während der Brunft sog. Brunftkuhlen, das sind freigeschlagene Bodenstellen, in denen er sich immer wieder niedertut. Um ihn findet sich das Kahlwild ein. Das Kalb wird im Juni gesetzt. Zwillingskälber treten häufiger auf als beim Rotwild. Die Färbezeit ist im Juni und Oktober.

Damwild - kurz und bündig:
Länge 1,3 bis 1,5 m
Schulterhöhe 0,9 bis 1,1 m
Gewicht

Hirsche 60 - 70 kg
Alttiere 32 - 26 kg

Paarungszeit Ende Oktober/November
Setzzeit Juni
Lebensraum bewaldete Gebiete
Das Damild unterliegt dem Jagdrecht
und kommt im Kreis Coesfeld in Einzelpopulationen vor.
Wir danken der INTERRA Verlags- und Buchservice GmbH & Co., Tangstedt/ Hamburg, die uns das Text- und Bildmaterial zur Verfügung gestellt hat, für die uneigennützige Unterstützung.
Im Sommer ist die Decke hellrot bis braun, mit weißen Flecken, auch bei den erwachsenen Stücken, die Unterseite weißlich; im Winter ist sie dunkelgrau-braun. Es gibt auch schwarzes (sehr schwach geflecktes) und weißes Damwild. Das Hirschkalb setzt in dem auf die Geburt folgenden Frühjahr Spieße (ohne Rosen) auf (Damspießer) Die nächste Stufe (als Knieper bezeichnet) enthält Rose, Augsproß, Mittelsproß und meist eine Gabel am Stangenende. Danach folgt eine beginnende Verbreiterung zur Schaufelbildung (zunächst Löffter, dann Halbschaufier), die durch weitere Ausbildung der Schaufel bis zum Volischaufier führen kann. Die Schaufel ist auf der Rückseite gezackt; der unterste Zacken heißt Sporn, Schaufelhaken oder Dorn, ein oberer heißt Winkeisproß, wenn er senkrecht zur Schaufelebene nach innen gebogen ist. Geweihe mit über 70 cm Stangenlänge, 40 cm Länge und 20 cm Breite der Schaufeln gehören etwa zu den Spitzenleistungen. Die Geweihe werden im April abgeworfen; Ende August bis Anfang September werden die neuen Geweihe gefegt.
 
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