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Natur und Jagd im Kreis Coesfeld | |||||||||||||||||||||||
| ... Dachse | ||||||||||||||||||||||||
| Dachse
(Melinae), mittelgroße Vertreter der Familie Marder (Mustelidae), die vor allem
wegen ihrer umfangreichen Grabarbeiten bekannt sind. In der Unterfamilie Melinae
sind 6 Gattungen vereinigt, deren Verbreitungsgebiet Nordamerika, Europa und
Asien, vor allem Südasien, umfaßt; heute wird als 7. Gattung der Honigdachs
(Mellivora capensis) hinzugerechnet. Alle Dachse sind derb gebaute Tiere mit muskulösen Beinen, die durch die Behaarung kürzer erscheinen, als sie in Wirklichkeit sind. Der Schwanz ist kürzer als bei anderen Mardern; er mißt maximal 20 cm. Alle Dachse haben kräftige, anale Stinkdrüsen, die bei den Stinkdachsen (Gattung Mydaus und Suillotaxus) besonders stark entwikkelt sind. In der Färbung und Größe gibt es Unterschiede. Drei Gattungen (Meles, Taxidae und Melogale) haben eine deutliche schwarz-weiße Maske, die sich stark von dem Grau- oder Gelbbraun des Rückens und der dunkelbraunen Unterseite abhebt. Die Dachse graben Höhlen und Gänge, am liebsten in sandigem Kalk- oder Lehmboden. Sie bevorzugen dafür ein Gelände, das reichlich Deckung bietet, wie etwa Wald- oder stark mit niedrigem Gehölz bewachsene Gebiete. Der europäische Dachs (Meles meles) lebt zwar gesellig, aber jedes Tier oder jedes Paar - Dachse sind nämlich monogam - hat seine eigene Behausung, den Dachsbau. Dieser ist entweder selbst gegraben oder ein bereits bestehender alter Bau, der nach eigenen Wünschen umgeformt und erweitert wurde. Er besteht aus einem Netzwerk von zahlreichen, bis zu 30 in langen Gängen und mehreren mit Laub, Moos und Gras gepolsterten Kammern. Die wichtigste Kammer ist der Kessel. Von den Gängen und Kammern aus führen mehrere Luftschächte ins Freie, so daß immer für eine gute Ventilation gesorgt ist. Außerdem befindet sich immer in der Nähe des Kessels eine gesonderte Abortgrube. Die Dachse sind nämlich sehr reinliche Tiere. Das Polstermaterial der verschiedenen Kammern wird regelmäßig nachts mit der Nase ins Freie geschoben, dort zum Lüften ausgebreitet und vor Tagesanbruch wieder eingebracht. Beim Einbringen halten es die Tiere mit den Vorderfüßen fest und schieben sich auf den Ellenbogen und Hinterbeinen fort. Ein Dachsbau ist niemals schmutzig! |
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| Dachse
sind Allesfresser; ihre Nahrung besteht aus Feldmäusen, Igeln, Maulwürfen, Schnecken,
Käfern, Regenwürmern, allerlei Beeren und Früchten, Bucheckern, Mais, Getreide
und sogar Pilzen. Das Verbreitungsgebiet des europäischen Dachses umfaßt Europa und Asien, bis Südchina. Die Männchen werden bis zu 1 in lang und 25 kg schwer. Im Herbst haben die Dachse eine dicke Fettschicht, aber nur in den kältesten Regionen des Verbreitungsgebietes halten sie einen Winterschlaf. Die Paarung findet gewöhnlich im Frühling, manchmal auch erst im Sommer statt. Nach der Paarung entwickelt sich ein Embryo, der längere Zeit im gleichen Zustand verharrt, erst viel später in die Gebärmutter gelangt und sich dann weiterentwickelt. Die zwei bis vier Jungen werden im Februar oder März geboren. Sie sind drei Wochen lang blind und verbleiben geraume Zeit in der Nestkammer. |
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