Natur und Jagd im Kreis Coesfeld
... Bussard
Bussarde (Buteoninae), eine Unterfamilie der Greife (Falconiformes), in die auch alle echten Adler gehören. Die Bussarde sind große Raubvögel mit weit ausladenden Schwingen und wegen ihrer langen Gleitflüge berühmt, doch verbringen sie auch einen großen Teil des Tages auf Felsen, Telegrafenstangen und Baumwipfeln. Sie sind ungefähr 50 cm lang und haben eine Spannweite von 90 - 150 cm.

Sie leben in offenem Hügel- und Waldgelände und ernähren sich hauptsächlich von kleinen Säuge- und Kriechtieren; mitunter fressen sie auch Kadaver und kleinere Vögel. Die meisten Bussarde sind dunkelbraun und sehen auf den ersten Blick wie Adler aus, aber sie sind kleiner, nicht so forsch gebaut und machen im ganzen einen weniger gefährlichen Eindruck. Auch fehlt ihnen der starke Adlerschnabel, und sie haben kleinere und schwächere Fänge.

Es gibt 25 Arten von echten Bussarden, die alle zur Gattung Buteo gehören, und 10 anverwandte Arten von ihnen ähnlichen Habichten, die man als »Subbuteoninae« bezeichnen könnte.

Von den 25 Bussardarten ist der Mäusebussard (Buteo buteo) am bekanntesten und am weitesten verbreitet. Er ist mit verschiedenen Rassen in Europa, Mittel- und Ostasien, einschließlich China und Japan, vertreten und brütet in Höhen bis zu 3000 m. In den nördlichsten Regionen seines Verbreitungsgebietes tritt er nur als Zugvogel auf. Die Bussarde schlagen ihre Beute beinahe immer auf dem Boden. Sie stürzen sich entweder von einer Warte aus auf sie oder gehen vom Schwebeflug plötzlich in den Sturzflug über. Die Brutzeit beginnt bereits Ende Februar mit aufregenden Flugspielen über dem Brutrevier. Hierdurch wird eventuellen Konkurrenten angezeigt, daß das betreffende Gebiet besetzt ist. Die Vögel stoßen dabei wiederholt ihren wie »pii-ää« klingenden Ruf aus. Der Horst wird von beiden Geschlechtern meistens auf einem Baum, manchmal aber auch auf einern Fels- oder Mauervorsprung errichtet.
Mäusebussard - kurz und bündig:
Länge 0,50
Spannweite 90 - 150 cm
Paarungszeit März bis Anfang April
Brutzeit März bis Mai
40 bis 50 Tage
Die Bussarde unterliegen dem Jagdrecht, dürfen aber wie alle Greifvogelarten nicht bejagd werden.
Wir danken der INTERRA Verlags- und Buchservice GmbH & Co., Tangstedt/ Hamburg, die uns das Text- und Bildmaterial zur Verfügung gestellt hat, für die uneigennützige Unterstützung.
Ende März oder Anfang April werden die zwei bis sechs schmutzigweißen, braungefleckten Eier gelegt. Das Brüten beginnt sofort nach Ablage des ersten Eies. Nur sehr selten brütet ein Bussard zweimal im Jahr. Während der fünfwöchigen Brutdauer wechseln sich die Partner ab. Nach dem Schlüpfen bleiben die Jungen noch 40 - 50 Tage im Nest. In den ersten 1 - 2 Wochen sorgt das Männchen für Futter, und das Weibchen bleibt bei den Jungen; danach geht es mit auf die Nahrungssuche. Leider geht die Zahl der Mäusebussarde ständig zurück, da ihre Hauptnahrung, eben Mäuse, massenweise vertilgt und vergiftet werden. Viele Bussarde fallen direkt oder indirekt den Giften zum Opfer oder gehen an Nahrungsmangel ein.

In den nördlicheren Regionen findet sich der dem Mäusebussard ähnliche Rauhfußbussard (Buteo lagopus). Er brütet in Nordeuropa, Nordasien und Nordamerika zwischen dem 76. und 61. Breitengrad. Er ist ein ausgesprochener Zugvogel und verbringt die Wintermonate in gemäßigten Breiten. Er ist etwas größer und viel heller gefärbt als der Mäusebussard
und hat bis zu den Zehen befiederte Fänge. Einige andere in Nordamerika vorkommende Arten sind der Rotschwanzbussard (Ruteo jamaicensis), der sich vor allem im Osten findet, und Swainsons Bussard (Buteo swainsonii), der als deutlicher Zugvogel vor allem im westlichen Teil auftritt und sich in riesigen Schwärmen auf einer festen Reiseroute bewegt; weiter der Adlerbussard (Buleo rufinus), der rostfarbene Bussard Buteo regalis und der Rotschulterbussard (Buteo lineatus). Im westlichen Teil Südamerikas lebt der Rotrückenbussard (Buteo polyosoma).
 
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