Natur und Jagd im Kreis Coesfeld

... Nisthilfen für
Singvögel selber bauen

Man muss nicht unbedingt eine Schreinerlehre absolviert haben, um mit selbstgebauten Nisthilfen die Lebensbedingungen von Vögeln zu verbessern.

Manch ein Natur- und Vogelfreund, der sich in seiner näheren Umgebung umschaut, wird feststellen, dass es um die Lebensbedingungen vieler Vogelarten nicht mehr gut bestellt ist. Der Lebensraum von Vögeln ist in den letzten Jahrzehnten durch eine immer weiter fortgeschrittene Bebauung vielerorts derart eingeschränkt worden, dass sich einige Vogelarten erkennbar zurückgezogen haben.

Mit ein wenig handwerklichem Geschick können wir die Wohnungsnot von Höhlen- und Nischenbrütern lindern. Die künstlichen Behausungen werden gerne als Brutplätze angenommen und tragen so zum Überleben der Vogelarten bei.

Der Bau und das Anbringen
von Nisthilfen will überlegt sein!


Wieviel Nistkästen sollten aufgehängt werden?

Die Rechnung "mehr Nistkästen = mehr Brutpaare" geht leider nicht auf. Als Faustregel gilt, 2 bis 4 Nistkästen je Hektar (100 x 100 Meter) sind angemessen. Sind alle Nistkästen besetzt, kann man später weitere Nistkästen aufhängen. Mitentscheidend für die Attraktivität der Nistkästen aus Vogelsicht ist in jeder Hinsicht auch das verfügbare Futter in der näheren Umgebung.

Wie und wo soll ein Nistkasten aufgehangen werden?

In der Nähe sollten unbedingt Bäume stehen. Ein Ast in der Nähe des Einfluglochs erleichtert den Vögeln den Anflug. Die Flugrichtung sollte windgeschützt nach Osten oder Südosten zeigen.

Setzen Sie den Nistkasten niemals der prallen Sonne aus! Durch die Kombination von sommerlichen Außentemperaturen und direkt einwirkenden Sonnenstrahlen ergeben sich im Innenraum des Nistkastens extreme Temparaturen, die für die Brut tötlich sein können.

Zu den Bauplänen:
... für Höhlenbrüter
... für Nischenbrüter
Wann sollten Nisthilfen aufgehängt werden?

Idealerweise sollten Nisthilfen schon im Herbst aufgehängt werden. Die Vögel können sie dann schon im Winter als Schlafplatz nutzen und sich mit ihrer zukünftigen Brutstätte vertraut machen. Selbstverständlich können die Nistkästen auch noch in den Wintermonaten angebracht werden. Sie sollten jedoch mindestens 1 bis 2 Monate vor Beginn der Brutzeit angebracht sein, damit das Material die Umgebungswitterung annehmen kann und restliche Gerüche aus der Holzbearbeitung entschwinden können.

Wie schütze ich die Brut vor Katzen?


Katzen sich beliebte Haustiere, die sich aber leider kaum erziehen lassen. Sie streunen gerne durch Gärten, stören die Vögel und stellen ihnen oftmals nach. Sind Nistkästchen zu sehr in Reichweite von Katzen aufgehängt, legen sich diese gerne auf die Lauer und stören so die Brut- und Aufzuchtperiode.

Überall wo Katzen die Vogelbrut gefährden können, sollte auf die Befestigungsleiste verzichtet werden und der Kasten freischwebend mit Drähten aufgehängt werden. Die Drähte werden am besten seitlich am Dach mit zwei Schrauben befestigt.

Wann sollte der Nistkasten gereinigt werden?

Im November ist der richtige Zeitpunkt Vogelnistkästen zu reinigen, um auch im nächsten Jahr eine erfolgreiche Familienplanung“ im eigenen Garten zu begünstigen. In vielen Nistkästen für Meisen und Stare wachsen jedes Jahr zwei, manchmal sogar drei Bruten auf. Da wundert es kaum, wenn es im alten Nest nur so von Parasiten wie Federlingen und Vogelflöhen wimmelt. Damit die Lästlinge in kommenden Jahr nicht über die frisch geschlüpften Jungvögel herfallen, sollte der Kasten von altem Nistmaterial befreit und gründlich ausgebürstet werden. Selbstverständlich dürfen zur Reinigung keine chemischen Mittel eingesetzt werden.

Auf welche Weise kann ich den Nistkasten vor Verwitterung schützen?

Nistkästen sollten aus ca. 2 cm dickem und möglichst hartem Holz gefertigt werden, um wasserundurchlässig und weitgehend witterungsbeständig zu sein. Wer gutes Holz verwendet, wird auch ohne Behandlung mit Holzschutzmitteln viele Jahre Freude an seinem Bauwerk haben.

Wer den Nistkasten dennoch mit Holzschutzmitteln behandeln will, sollte ausschließlich ein ungiftiges und in jeder Hinsicht umweltverträgliches geruchsneutrales Mittel verwenden. Schützend wirkt auch ein Stück Dachpappe, das aber keineswegs zwingend erforderlich ist.
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